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erstellt am: 19.05.2017

Europäischer Adipositas-Tag 2017:
Übergewicht grassiert weiter in Europa – und Deutschland war noch nie so dick wie heute!

München, den 19. Mai 2017 Zum morgigen Europäischen Adipositas-Tag fordert die Europäische Adipositas-Gesellschaft EASO die europäischen Mitgliedstaaten dringend auf, effektiver gegen die grassierende Adipositasepidemie vorzugehen – anderenfalls würden bereits in absehbarer Zukunft enorme Krankheitskosten die europäischen Volkswirtschaften regelrecht lähmen (1). „Nur wenige Länder Europas haben wirksame strategische Adipositaspläne implementiert – manche führen gar keine politischen Maßnahmen durch, um das Problem in den Griff zu bekommen“, beklagt EASO Präsident Professor Hermann Toplak. „Auch die in Deutschland durchgeführten Maßnahmen sind gut gemeint, erreichen aber nicht alle Altersgruppen und Schichten der Bevölkerung. Besonders beunruhigend ist der zunehmende Schweregrad des Übergewichts“, mahnt DAG-Präsident Professor Matthias Blüher und verweist auf den zu Jahresbeginn veröffentlichten DGE-Ernährungsbericht, der mit der Schlagzeile vorgestellt wurde: `So dick war Deutschland noch nie!´ (2). „Übergewicht und Adipositas werden immer noch verharmlost; die Gesundheitspolitik muss endlich anerkennen, dass die Adipositas eine chronische Krankheit ist und Betroffene ein Recht auf kassenfinanzierte Versorgung als Regelleistung haben. Das A und O sind auch wirksamere Maßnahmen der Prävention (3). Deutschland ist reif für einen nationalen Adipositasplan in der nächsten Legislaturperiode!“, fordert der Leipziger Adipositas-Experte.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO ist starkes Übergewicht (Adipositas) eine der größten Herausforderungen des Gesundheitswesens im 21. Jahrhundert. In vielen Ländern hat sich die Adipositasprävalenz seit den 1980er Jahren verdreifacht (1, 5). Auf dem Gebiet der OECD ist heute bereits die Mehrheit der Bevölkerung übergewichtig oder adipös (4). Mehrfach wies die EASO bereits darauf hin, dass Adipositas und Übergewicht mit solch einer alarmierenden Geschwindigkeit zunehmen, dass sie bis zum Jahr 2030 bereits mehr als die Hälfte aller europäischen Bürger betreffen werden. In manchen Ländern werden zu diesem Zeitpunkt sogar bereits 90 Prozent der Einwohner zuviel Gewicht haben. Die Ursachen der Adipositaskrise sind vielfältig, neben genetischer Veranlagung spielen vor allem eine Rolle: zunehmende Urbanisierung und damit Zunahme übergewichtfördernder Lebensräume und Lebensstile mit übermässiger Aufnahme kaloriendichter Lebensmittel und Getränke sowie Bewegungsmangel (7), darüberhinaus sind regionale Deprivation (Leben in benachteiligten Regionen) und zunehmende soziale Ungleichheiten mit erhöhter Adipositasprävalenz assoziiert (8). Bereits heute kostet Adipositas die EU jährlich geschätzte 70 Mrd. Euro, bedingt durch erhöhte Krankheitskosten und verlorene Produktivität (6).

Wirksame Adipositaspläne sollten alle Aspekte des Gewichtsmanagements berücksichtigen, so die Empfehlungen der EASO. Diese reichten von der Förderung gesunder Lebensstile über konsumlenkende Maßnahmen, insbesondere die Reduktion von Nachfrage und Konsum exzessiver Mengen hochkalorischer Lebensmittel und Getränke, bis hin zu Adipositastherapien - auch um der Entstehung der vielfältigen Folgekrankheiten der Adipositas vorzubeugen, z.B. Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einige Krebsarten und andere nichtübertragbare (chronische) Krankheiten.

Quellen und weiterführende Hinweise:

  1. EASO: Pressemitteilung zum Europäischen Adipositas-Tag 2017:
    http://3ai1in16tpd017ev82vzpcv1.wpengine.netdna-cdn.com/wp-content/uploads/2017/05/170516-EOD-2017-Press-Release-2.pdf
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Pressemitteilung vom 01.02.2017:
    https://www.dge.de/presse/pm/so-dick-war-deutschland-noch-nie
  3. Grundsatzpapier der Deutschen Allianz NIchtübertragbarer Krankheiten (DANK) (2016):
    http://www.dank-allianz.de/files/content/dokumente/DANK-Grundsatzpapier_ES.pdf
  4. OECD Obesity update 2014
    http://www.oecd.org/els/health-systems/Obesity-Update-2014.pdf
  5. http://easo.org/2015-milan-declaration-a-call-to-action-on-obesity
  6. http://www.europeanobesityday.eu/tackling-obesity-together/policymakers
  7. EASO Fact Sheet: „Causes of obesity“
    http://3ai1in16tpd017ev82vzpcv1.wpengine.netdna-cdn.com/wp-content/uploads/2016/10/EOD_Infographic_2_RGB.pdf
  8. Gerlach, S; Kulzer, B.: “Soziale Ungleichheit und Diabetes” pp 216-225 in:
    Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2017

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